Bravo-Rufe, Standing Ovations: Die Malchower Musikfreunde waren beim ersten Konzert nach der  eineinhalbjährigen Corona-Zwangspause genau so begeisterungsfähig wie schon in der Vergangenheit bei Veranstaltungen der „Stadt.Land.Klassik!“-Reihe.

Mit freundlichem Applaus werden die 15 Streicher der Neuen Philharmonie MV in der Malchower Werleburg begrüßt. Fotos: Hartmut Nieswandt

„Endlich!“ Das war in der Malchower „Werleburg“ das wichtigste Wort beim ersten Konzert der „Stadt-Land-Klassik!“-Reihe nach der Corona-Zwangspause. Endlich durften die Musiker der Neuen Philharmonie MV wieder auf die Bühne, um ihr Publikum endlich wieder mit klassischer Musik zu begeistern. Die knapp 100 Malchower Musikfreunde bedankten sich mit Riesen-Applaus, Bravo-Rufen und Standing Ovations. Ironie der beliebten Musikreihe. In der Malchower Werleburg gab es vor rund anderthalb Jahren am 26. Februar 2020 das letzte Konzert vor der unfreiwilligen Corona-Pause.

15-köpfiges Kammerstreicherorchester überzeugte in Malchow

Freude über das musikalische Ereignis herrschte aber nicht nur beim Publikum aus Malchow und Umgebung, zu dem auch Vize-Landrat Kai Seiferth zählte. „Die Spielfreude dieses Orchesters zu erleben ist immer wieder das Schönste an Stadt-Land-Klassik“, sagte Gabriel Kords, stellvertretender Nordkurier-Chefredakteur, der das Publikum begrüßte und mit Andreas Schulz, Dirigent und Künstlerischer Leiter der Neuen Philharmonie MV, das Programm moderierte. Wegen Corona konnte nur ein 15-köpfiges Kammerstreichorchester nach Malchow kommen.

Gabriel Kords, stellvertretender Chefredakteur des Nordkurier (rechts), erläutert gemeinsam mit Andreas Schulz, Dirigent und Künstlerischer Leiter der Neuen Philharmonie MV (links), das Programm.

Doch diese 15 jungen Leute verstanden es, die Malchower genau so zu begeistern wie am 26. Februar vorigen Jahres das gesamte große Orchester. Gespielt wurden „Eine kleine Nachtmusik“ von Wolfgang Amadeus Mozart, „Aus Holbergs Zeit“ von Edvard Grieg und Pjotr Iljitsch Tschaikowskis „Serenade für Streicher“. An der Kleinen Nachtmusik kommt kein Kammerstreichorchester vorbei, begründete der Dirigent die Wahl.

Tschaikowskis „Serenade für Streicher“ mit viel Applaus honorier

Diese Serenade kommt nicht nur beim Publikum immer wieder gut an, „sie hat auch einen pädagogischen Effekt, ist gut für ein junges Ensemble, weil sie so anspruchsvoll ist und immer wieder geprobt werden muss. Das bringt uns weiter“, verriet Andreas Schulz dem Publikum. Danach erklang die Streichorchester-Version der Suite „Aus Holbergs Zeit“ von Edvard Grieg, die eine romantisch-verklärten Blick in die Vergangenheit gewährte, bevor Tschaikowskis anspruchsvolle „Serenade für Streicher“ die Werleburg erfüllte und mit viel Applaus honoriert wurde.

Ungewöhnlich: Wegen der Pandemie gab es diesmal nur 100 Zuschauerplätze in der Malchower Werleburg. Der Saal war ausverkauft.

Die Corona-Auflagen forderten auch im Malchower Parkett ihren Tribut. Denn statt der sonst möglichen 250 Zuschauer durften diesmal nur 100 Platz nehmen. Das Konzert war ausverkauft. Fast alle Gäste hatten Verständnis dafür, dass am Eingang zum Saal die entsprechende „Corona-Dokumente“ kontrolliert werden mussten, einige eilten schnell noch einmal nach Hause, um ihren Impfausweis zu holen, damit sie das Konzert erleben durften.

Weitere Konzerte sind im Oktober geplant

In Malchow gab es einen hoffnungsvollen Neustart der Konzertreihe, die mit Unterstützung durch die Nordkurier Mediengruppe klassische Meisterwerke dort erklingen lässt, wo sie vorher nie zu hören waren: in den eher kleinen Städten des Landes wie Malchow, Röbel, Teterow oder Torgelow. Dabei helfen weitere Sponsoren wie die Landesregierung, die Jost-Reinhold-Stiftung, Notus Energy und die Edis AG, bei denen sich Andreas Schulz bedankte. Nicht zuletzt dafür, dass die Unterstützer auch die moderaten Eintrittspreise ermöglichen.

Das Ensemble unter Andreas Schulz bedankt sich beim aufmerksamen Malchower Publikum.

Schon am 17. Oktober gibt es in der Malchower Werleberg ein weiteres „Stadt-Land-Klassik“-Konzert. Karten und Infos gibt es in den bekannten Vorverkaufsstellen, unter 0800 4575033 (kostenfrei) oder unter www.stadt-land-klassik.de. Das gilt auch für die Konzerte im Teterower Kulturhaus (18. Oktober), im Torgelower Ueckersaal (19. Oktober) und im Historischen U in Pasewalk (22. Oktober).

Text und Fotos: Hartmut Nieswandt